Per 1.1.2008 ist die sog. kleine Aktienrechtsrevision in Kraft getreten. Deren wichtigste Konsequenzen werden im Folgenden dargestellt:

1. Eine Aktiengesellschaft kann künftig durch eine einzige, natürliche oder juristische Person gegründet werden. Früher waren 3 Gründungsmitglieder nötig.

2. Der Verwaltungsrat muss nicht mehr Aktionär sein, die sog. Pflichtaktie wurde abgeschafft. Der Verwaltungsrat muss aber zwingend zu ordentlichen Generalversammlungen eingeladen werden. Universalversammlungen müssen aber möglich sein und können ohne Verwaltungsrat abgehalten werden.

3. Der Verwaltungsrat muss nicht mehr in der Schweiz wohnhaft sein und Schweizer oder EU/EFTA-Bürgerrecht besitzen. Allerdings muss die Gesellschaft durch eine Person vertreten sein (Verwaltungsrat oder Direktor), die in der Schweiz Wohnsitz hat.

4. Verträge zwischen einem (Allein-)Aktionär und der von ihm vertretenen Gesellschaft (sog. In-sich-Geschäfte) unterstehen künftig ab einem Betrag von Fr. 1‘000.00 der Schriftform.

5. Für Mängel in der Organisation gibt es neu eine einheitliche Regelung: wenn Organe fehlen, kann ein Aktionär, ein Gläubiger oder der Handelsregisterführer beim zuständigen Gericht die Vornahme von nötigen Massnahmen verlangen. Der Richter kann ein solches Organ selber ernennen oder eine Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes setzen (unter Androhung der Auflösung). Anordnungen des Richters lassen sich von der Generalversammlung weder aufheben noch abändern.

6. Ist ein Organ der Aktiengesellschaft nicht mehr zeichnungsberechtigt, kann dieses seine Löschung selbst und sofort zunehmen, es gibt keine Wartefristen mehr.

Weitere kleinere Änderungen betreffen Spezialsituationen, über die Ihnen unsere Spezialisten gerne Auskunft geben.

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